19. 04. 2012

Den Einsatz verpasst?

Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) am Stamm einer Platane.

Das Versagen der Behörden in Bezug auf eingeschleppte Schadorganismen in Europa
Die Zahl der eingeschleppten Quarantäneschädlinge in Europa ist stark angestiegen – trotz Kontrollmaßnahmen. Anhand des Citrusbock-Käfers wird aufgezeigt, wieso sich diese Schädlinge ausbreiten konnten.

Die späte Entdeckung und die großflächige Ausbreitung der Schadorganismen zeigt, dass einerseits die Kontrollen an der EU-Außengrenze nicht ausreichend gut funktionieren, andererseits die nationalen Behörden bei der Einleitung von Monitoring- und Bekämpfungsmaßnahmen viel zu langsam und zu wenig rigoros reagieren.

Beispiel Citrusbockkäfer

Der Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis; Citrus Longhorned Beetle; CLB) ist ein gefährlicher Quarantäneschädling, der aus seiner Heimat Ostasien immer wieder mit Fächerahorn, Bonsaipflanzen und anderen Zierpflanzen nach Europa verschleppt wird. Prinzipiell dürfen nur befallsfreie Pflanzen aus einem Erzeugerland exportiert und in Europa eingeführt werden. Für Länder, in denen das Auftreten des Schädlings bekannt ist, gelten laut EU-Richtlinie (2000/29/EG) und -Entscheidung (EU 2008) besonders strenge phytosanitäre Auflagen für die Baumschulen und Exportbetriebe. Für jede in die EU importierte Sendung mit Wirtspflanzen des CLB sollte das beigefügte Pflanzengesundheitszeugnis die Befallsfreiheit und die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen amtlich bestätigen und garantieren. Dass das nicht so ist, zeigen beispielsweise erste Freilandfunde des Citrusbockkäfers in Italien und in Großbritannien.

Anhand des Citrusbockkäfers zeigt Dr. Christian Tomiczek, Institut für Waldschutz, Wien, in der April-Ausgabe der Deutschen Baumschule als Kurzfassung des Beitrags aus dem „Jahrbuch der Baumpflege 2012“ auf, wieso sich diese Schädlinge ausbreiten konnten. Die Literaturliste zu dem Beitrag finden Sie hier.







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