20. 04. 2015

Eigentlich kann er viel mehr

Vielfalt hat viele Gesichter: extravagante R. 'Djingistan'

Rhododendron: Markt und Image
Mit einiger Skepsis verfolgen Rhododendron-Spezialisten die Entwicklung von Markt und Absatz in den vergangenen Jahren. Wie weit verliert der Rhododendron in der Gunst der Verbraucher?

Rhododendron scheint heute nicht mehr so populär zu sein wie vor 15 Jahren, formuliert es Enno Stöckmann. Vielleicht sei auch die Neuheiten-Präsentation ein Thema, gibt er zu bedenken.

Mit dem Rhododendron-Spezialisten von der über 75- jährigen Baumschule in Bad Zwischenahn sprachen wir im Nachgang zur IPM über Sortiment und Markt.
Allein Neuheiten zu präsentieren reiche heute nicht mehr aus, wie Enno Stöckmann betont. Die Vielfalt der Rhododendren einzusetzen, sei der Trend. Damit bewegt sich der Rhododendron auf ein neues Image zu, das dringend notwendig scheint.
Den Begriff „Moorbeetpflanze“ möchte Stöckmann am liebsten ganz schnell verbannen, er sei mehr schädigend als nutzend. „In keinem Gartencente sollte mehr ‘Moorbeet’ stehen. Keiner will ‘Moorbeet’ in seinem Garten haben – das ist negativ behaftet, hat keinen zeitgemäßen, modernen Touch“, ist Enno Stöckmann sicher.

Moderner präsentieren
Zeitgemäßen Touch habe beispielsweise Rhododendron im Kübel – so, wie das Thema auch in der Broschüre des BdB-Landesverbandes Weser-Ems dargestellt ist. Aufgelegt und verbreitet wurde die Broschüre im Rahmen der großen RHODO-Ausstellung im letzten Jahr. Nach dem Motto „Klein und immerschön“ sind die dort präsentierten Rhododendren sicherlich auf gutem Weg, die Herzen der Balkongärtner zu erobern.

Vielfältigkeit in Farben und Formen sind dort ebenso Thema wie die Duftsorten, Sorten mit „Laubschmuckwert “ oder „Saisonverlängerer“ – schlagkräftige Argumente für den Verkauf. „Als Dreingabe gibt‘s die Blüte“, überzieht Enno Stöckmann bewusst und zitiert den öfter zu hörenden Verbraucherkommentar: „Rhododendron ist so schön, wenn er nur länger blühen würde!“

Sortenkarussell dreht sich
50 bis 60 Sorten sind nach Stöckmanns Schätzung im Verlauf der letzten 20 Jahren aus dem Sortiment verbannt und andere, bessere dafür aufgenommen worden. Doch es sei auch für den Produzenten nicht einfach, eine Sorte aus dem Sortiment zu nehmen, solange der Markt nach ihr verlangt.

Insbesondere angesichts des breiten Sortiments sieht Stöckmann sich weniger als Produzent, sondern zunehmend als Dienstleister. Jeweils rund ein Drittel des Absatzes entfalle auf Gartencenter. Auf den Kunden zugeschnitten, treffe er die Sortenauswahl,beispielsweise auch angepasst an das Klima in der Region. Ein weiteres Drittel mache der Absatzanteil an den GaLaBau aus, 40 Prozentschließlich gehen an andere Baumschulen, ein beträchtlicher Teil davon auch in den Export.

...viel Potenzial
Deswegen seien langfristige Erfahrungenwichtig. Sorten, die im Sortiment bisher eine weniger große Rolle einnehmen, können später an Bedeutung gewinnen, etwa weil sie besonders sonnenverträglich sind und für den Export in osteuropäische Länder wie Ungarn oder in den mitteleuropäischen Raum, etwa nach Italien, besser geeignet sind.

Das große Sortiment ist also Fluch und Segen zugleich, meint Stöckmann. Mit Blick auf Angebot und Vermarktung ist er sich sicher: „Jedes Produkt lebt von der Abwechslung.“ Was für „Klamotten“ und andere Produkte gelte – jedes Jahr das Sortimentleicht verändern, andere Impulse setzen – gelte auch für Rhododendron.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel mit vielen weiteren Informationen in Ausgabe 04/2015 Deutsche Baumschule.

 

 

 

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