13. 03. 2017

Stimmen zum „Brexit“

Raymond Evison (re.) im Gespräch mit Matthias Münster bei der IPM. Fotos: Lemke

Das Vereinigte Königreich (VK) ist für die gesamte deutsche Landwirtschaft ein wichtiger Markt, betonte der Deutsche Bauernverband (DBV) im Januar anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Auch während der IPM 2017 in Essen fing die Deutsche Baumschule ein paar Stimmen zum Thema Brexit ein.

Der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands mit dem VK sei mit 3,4 Milliarden Euro fast doppelt so hoch, wie insgesamt in die USA exportiert wird, so DBV-Präsident Joachim Rukwied. „Ein offener Markt mit dem Vereinigten Königreich hat bei den Brexit-Verhandlungen für uns hohe Priorität.“ Auch die Folgen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) seien gravierend: So zähle das VK trotz des „Briten-Rabatts“ zu den Nettozahlern, die Einzahlungen überträfen die Rückzahlungen um sieben Milliarden Euro.

Auf der IPM in Essen äußerten sich einige Aussteller im Gespräch mit der DB zum Thema Brexit:
Billy Kelly, Inhaber Kelly’s Nursery (Irland): „Ich glaube nicht, dass der Brexit für uns große Veränderungen bringen wird. Man muss natürlich abwarten, was kommt. Ich vermute, wenn die Briten heute noch einmal über den EU-Austritt entscheiden sollten, würden sie dagegen stimmen. Denn ich glaube, vielen war damals gar nicht so richtig klar, worüber sie abgestimmt haben. Allerdings gibt es in Nordirland, wo wie in Schottland die Mehrheit in der EU bleiben möchte, viele Befürchtungen wegen des Brexit.“

Laetitia Moucheboeuf, Züchterin bei Whetman Pinks (GB): „Im Augenblick weiß noch niemand, was in Folge des Brexit passieren wird. Wir machen einfach erst einmal weiter wie bisher – also business as usual.“
Cécile Duval, Auslandsverkauf für Les Pépinières de France (Frankreich): „Die Briten haben sich im Sommer 2016 mit Pflanzenkäufen zunächst sehr zurückgehalten, weil sie nicht wussten, wie es weitergeht. Ab Oktober haben die britischen Baumschulen dann aber wieder deutlich mehr Ware verkauft. Nach dem ersten Schock kam also der Optimismus zurück. Deshalb können wir auch optimistisch sein.“

Raymond Evison, Clematis-Züchter und Inhaber der Guernsey Clematis Nursery (Guernsey): „Ich erwarte für uns keine nennenswerten Veränderungen durch den Austritt Großbritanniens aus der EU. Wir auf Guernsey sind relativ unabhängig, denn wir gehören nicht zur Europäischen Union, auch wenn wir direkt der britischen Krone unterstellt sind. Das einzige, was uns als Züchtungsunternehmen betreffen würde, wären unterschiedliche Sortenschutzbestimmungen in der EU und Großbritannien.“

Was in Sachen Sortenschutz passiert, bleibt ebenfalls abzuwarten und werde Gegenstand der Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sein, so das Gemeinschaftliche Sortenamt (CPVO) in Angers. db

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