Baumschulgärtner

Die Bezeichnung Baumschule leitet sich ab von aufschulen, dem Sinn nach Wurzeltreiben. Aufgeschulte Pflanzen werden im Freiland oder in Containern kultiviert bis sie zu gewünschter Größe herangewachsen sind. Anschließend werden sie verkauft. Abnehmer sind Wiederverkäufer wie Gartencenter, Obstbauern (Obstbaumschulen) aber auch Winzer oder Waldbauern (Forstbaumschulen) und im Falle von Endverkaufsbaumschulen Privatleute.

Innerhalb des Berufsbildes Gärtner gibt es sieben Fachbereiche: Garten- und Landschaftsbau, Zierpflanzen, Stauden, Obstbau, Gemüsebau, Friedhofgärtner und Baumschulgärtner. Die Ausbildungen wie auch das Berufsbild mit seinen Tätigkeiten sind so unterschiedlich, dass es sich um verschiedene Berufe handelt.

Gemein ist ihnen unter anderem, dass ein Großteil der Arbeit im Freien stattfindet, die Ausübenden selbstverständlich viel mit Pflanzen zu tun haben, aber auch mit Maschinen und Technik, und handwerkliches Geschick, soweit nicht bereits vorhanden, geschult wird.
 

Vielseitige Vielfalt

Grundsätzlich werden vier Arten von Baumschulen unterschieden:

Jungpflanzen- und Anzuchtbetriebe haben sich auf einen ganz bestimmten Kulturabschnitt der Gehölze spezialisiert.

Sortimentsbaumschulen ziehen verschiedene Gehölze heran: Obst- und Straßenbäume, Solitär­bäume, Nadel­ge­hölze, Zier­ge­hölze, Hecken­pflan­zen und Rosen.

Rosenspezialbetriebe wiederum züchten Rosen und bieten ein umfangreiches Sortenspektrum an.

Handelsbaumschulen konzentrieren sich auf den Verkauf und den Versand von Gehölzen, die sie international vermarkten.

Viele Betriebe arbeiten aber auch übergreifend bzw. vereinen zwei oder mehrere Zweige unter einem Dach wie einen Produktionsbetrieb mit angeschlossener Handelsbaumschule.

Dies sollten an einer Ausbildung im Bereich Baumschule Interessierte in ihre Überlegungen zur Wahl eines Ausbildungsbetriebes bereits mit einbeziehen. Bewährt hat es sich in der Praxis, ein sogenanntes „Schnupperpraktikum“ zu absolvieren. Es zeigt, ob der Betrieb mit seinen hauptsächlichen Tätigkeiten und der potenzielle Azubi zusammenpassen.

Die Vielzahl der Schwerpunkte im Baumschulwesen zeigt aber auch, wie vielseitig die Ausbildung ist. Darum ist es nicht ungewöhnlich, dass Auszubildende während der Lehre in Abstimmung mit dem Ausbildungsbetrieb auch in anderen Betrieben eingesetzt werden können, um andere Produktionsweisen in der Praxis kennenlernen zu können.

Die Ausbildung

Für die Lehre ist in der Regel der Hauptschulabschluss Voraussetzung. Mit einem höheren Abschluss erhöhen sich auch die Aufstiegs- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre, bei entsprechendem Schulabschluss oder Vorbildung lässt sie sich um maximal ein Jahr verkürzen. Sie findet im Betrieb und in der Berufsschule statt. In den meisten Bundesländern werden Gärtner unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen unterrichtet. In den „Baumschulhochburgen“ in Schleswig-Holstein (Schule in Elmshorn) und im Raum Weser-Ems gibt es reine Baumschulgärtner-Klassen. In Bayern, Baden Württemberg und Nordrhein-Westfalen können Baumschulgärtner innerhalb der Ausbildung den Schwerpunkt Pflanzenfachberater wählen. Hier wird ein besonderes Augenmerk auf die Präsentation und den Verkauf der Produkte und auf die Beratung der Kunden gelegt.
 

Ausbildungsvergütung

Die Höhe der Ausbildungsvergütung richtet sich nach Gehaltsstruktur und Tarifverträgen in den verschiedenen Regionen / Bundesländern.

1. Ausbildungsjahr ca. 615 Euro
2. Ausbildungsjahr ca. 650 Euro
3. Ausbildungsjahr ca. 720 Euro
 

Abschlussprüfung

Zum Abschluss zählen ein praktischer, schriftlicher und mündlicher Prüfungsteil. Zur praktischen Prüfung gehört die Arbeit an der Pflanze – Planung, Vorbereitung und Durchführung. In der schriftlichen und mündlichen Prüfung werden Pflanzenkenntnisse abgefragt, außerdem müssen Fragen zu betrieblichen Zusammenhängen und aus der Wirtschafts- und Sozialkunde beantwortet werden. Eine nicht bestandene Prüfung kann zweimal wiederholt werden. (Quelle: http://www.zukunftgruen.de)
 

Und nach der Ausbildung?

Ebenso vielseitig wie der Beruf selber sind die Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister und weiterführend Techniker oder, je nach schulischen Voraussetzungen, auch ein Studium. Nach absolvierter Lehre und eventuellen Weiterqualifizierungen sind die beruflichen Möglichkeiten angesichts der Vielfalt in Produktion und Verkauf schier unendlich. Sie reichen von Praxis über administrative Aufgaben bis hin zu Tätigkeiten in Beratung und Behörden. Aufgrund des herrschenden Fachkräftemangels kann der gut ausgebildete Baumschuler landauf, landab zwischen vielen Angeboten wählen.

Bitte beachten Sie, dass die Ausbildung in anderen Ländern oft anders organisiert ist.