23. 04. 2015

Bienenschutz: Branchenverbände präsentieren Maßnahmenkatalog

Peter Bleser (3. v. r.) mit den Verantwortlichen der Verbände, die sich an der Initiative zum Bienenschutz beteiligen. Foto: BMEL

Jung- und Zierpflanzenproduzenten sollen ab 2016 auf den Einsatz bestimmter Insektizide verzichten, außerdem sollen Pflanzenschutzmittel mit bienengefährlichen B1-Wirkstoffen künftig nicht mehr an Endverbraucher verkauft werden dürfen. So lauten die im Branchendialog formulierten Kernempfehlungen zum Bienenschutz, die heute in Berlin vorgestellt wurden. 

ZVG, IVG und BHB beteiligen sich an Brancheninitiative zum Bienenschutz

Bei einem gemeinsamen Pressetermin im Hof-Garten des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) präsentierten Bertram Fleischer, Generalsekretär des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), der Geschäftsführer des Industrieverbandes Garten (IVG), Johannes Welsch, und Dr. Peter Wüst, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), den aktuellen Maßnahmenkatalog der Brancheninitiative zum Bienenschutz.

Ebenfalls am Branchendialog beteiligt sind der Verband Deutscher Garten-Center (VDG), die internationale Zierpflanzenorganisation Fleuroselect und der Industrieverband Agrar (IVA).

Bienengefährdende Pflanzenschutzmittel nicht an Endverbraucher verkaufen

Eine der Kernempfehlungen der Branchenverbände sieht vor, bienengefährdende Pflanzenschutzmittel der Kategorie B1 künftig nicht mehr an Endverbraucher zu verkaufen. Bau- und Heimwerkermärkte verzichten vor diesem Hintergrund bereits seit Jahresbeginn darauf, entsprechende Produkte anzubieten.

Eine weitere Empfehlung der beteiligten Branchenverbände lautet, ab 1. Januar 2016 bei der Jung- und Zierpflanzenproduktion auf den Einsatz der Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam, Clothianidin, Fipronil, Chlorpyrifos, Cypermethrin und Deltamethrin zu verzichten. Ebenso sollen diese sieben Wirkstoffe nicht mehr in den Mutterpflanzen-Erzeugerbetrieben für Beet- und Balkonpflanzen in Drittländern außerhalb der EU eingesetzt werden. Um dies auch für Jungpflanzen von Vorlieferanten sicherzustellen, sollen regelmäßig Stichproben und Untersuchungen durchgeführt werden.

Informationskampagne „Bienen füttern“ in Berlin gestartet

Parallel dazu haben der Parlamentarische BMEL-Staatssekretär Peter Bleser und Peter Maske, Präsident des Deutschen Imkerbundes (DIB), heute in Berlin die bundesweite Informationskampagne „Bienen füttern“ gestartet. Im Zuge dessen sollen bundesweit in über 500 Gartencentern, Einzelhandelsgärtnereien und Baumärkten Infomaterialien rund um das Thema Bienenschutz verteilt werden.

„Vor gut einem Jahr hat das BMEL mit den Partnerverbänden die Initiative ‚Bienen füttern‘ ins Leben gerufen. Seitdem haben wir vieles voran gebracht“, so Bleser. „Wir wollen aber noch mehr Menschen zum Bienen-Füttern bringen. Wir brauchen mehr bienenfreundliche Pflanzen in unseren Gärten und auf den Balkonen, denn nur wohl ernährte Bienen sind auch stark genug, Krankheiten und Parasiten, wie zum Beispiel der Varroamilbe, mit Aussicht auf Erfolg zu widerstehen“, sagte Bleser.

BMEL-Bienen-App informiert über bienenfreundliche Pflanzen

Ziel der Initiative „Bienen füttern“ ist unter anderem, Käufer von Zierpflanzen in Baumärkten, Gartencentern und Einzelhandelsgärtnereien künftig besser über die Bedeutung und den Lebensraum von Bienen zu informieren. Zu den Medien der Kampagne gehört auch die BMEL-Bienen-App, die unter anderem ein Lexikon mit mehr als 130 bienenfreundlichen Pflanzen beinhaltet. Laut BMEL wird derzeit überlegt, die Bienen-App in Zusammenarbeit mit dem Julius-Kühn-Institut weiterzuentwickeln. (ts)

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