06. 06. 2014

Bienenschutz: VDG und BHB führen Dialog mit Greenpeace fort

Die Verbände haben sich auf eine gemeinsame Position zum Bienenschutz geeinigt. Foto: Patrizia Tilly/Fotolia

Zur Förderung des Bienenschutzes hat sich der BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten am 2. Juni mit Greenpeace und dem Verband Deutscher Garten-Center (VDG), Industrieverband Garten (IVG), Industrieverband Agrar (IVA) und zahlreichen Unternehmen in Hamburg getroffen. 

Ein Thema des Treffens war die Greenpeace-Studie, wonach im gesamten europäischen Handel mit bienengefährdenden Pflanzenschutzmittel-Rückständen belastete Blumen und Zierpflanzen vorhanden sind. Greenpeace hatte zudem vor Baumärkten am 10. Mai bundesweit protestiert, dass Blumen aus Bau- und Gartenmärkten Bienen gefährden würden.

Laut Information des BHB wird eine Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen angestrebt. So soll unter anderem eine Kommunikationsstrategie erarbeitet werden, um Verbraucher zur Nutzung alternativer Pflanzenschutzprodukte anzuregen. Zudem diskutieren die Teilnehmer Mittel und Wege, um praktikable Lösungsansätze für den Ausbau und die Verbesserung des Bienenschutzes zu finden. Als Gesprächsgrundlage soll dabei die sektorspezifische Leitlinie zum integrierten Pflanzenschutz im Haus- und Kleingartenbereich aus dem Jahr 2013 dienen.

In einem gemeinsamen Positions- und Dialogpapier zum Pflanzenschutz haben BHB und VDG, getragen vom Dialog mit den weiteren Teilnehmern des Treffens, ihr Vorgehen im Bereich Bienenschutz dokumentiert. Die beiden Handelsverbände bekennen sich laut dem Papier ebenso wie zahlreiche Verbände des Freizeitgartenbaus zu naturgemäßem Gärtnern, weisen aber entsprechend der oben erwähnten Leitlinie darauf hin, dass „der chemische Pflanzenschutz durch den umsichtigen und maßvollen Einsatz von Produkten des Pflanzenschutzmittelsortiments hierbei notwendiger Bestandteil des Gesamtkonzepts eines integrierten Pflanzenschutzes in Haus und Garten“ ist. Der Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel im HuK-Bereich sei dabei als „letzte Stufe“ Bestandteil des Gesamtkonzepts des integrierten Pflanzenschutzes. Ihre Anwendung soll auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden, so die Verbände. Der Einsatz von Produkten müsse umsichtig und maßvoll erfolgen.

Damit seien biologischen, biotechnischen, pflanzenzüchterischen sowie anbau- und kulturtechnischen Maßnahmen gegenüber dem Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel Vorrang zu gewähren. So haben sich die DIY- und Gartenmarktbranche nach eigener Einschätzung den verantwortungsbewussten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf die Fahnen geschrieben.

Durch qualifiziertes Fachpersonal erfolge bereits heute in den Märkten eine gezielte, persönliche Beratung, „die den Verbraucher befähigt, mündig und verantwortungsvoll eine Entscheidung zu treffen.“ Damit gewährleiste der Handel im Zuge der Abgabe an den Verbraucher die sachgemäße Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und trage nachhaltig zur Verbrauchersensibilisierung bei. Vor diesem Hintergrund streben die Branchenverbände an, in einer gemeinsamen Kommunikationskampagne mit relevanten Stakeholdern (Interessensgruppen) die Kompetenz des Verbrauchers weiter zu stärken und auszubauen. Aus dieser grundsätzlichen Haltung des Handels ergeben sich, so fasst das Papier zusammen, folgende Punkte:

  • Die Unternehmen, die sich in der Vergangenheit noch nicht zu einer Auslistung von B1 (= bienengefährlich) kategorisierten Produkten entscheiden konnten, werden dies nochmals prüfen und in Erwägung ziehen.
  • Der Handel ist sich der Problematik der unterschiedlichen Regelungen des Pflanzenschutzes innerhalb und außerhalb Europas bewusst. Daher würde der Handel eine Selbstverpflichtung der Lieferanten bezüglich einer Reduktion der Vorbehandlung von Pflanzen und Saatgut begrüßen.
  • Der Handel spricht sich für eine gemeinsame Kommunikationskampagne zur Sensibilisierung des Verbrauchers mit folgenden Themenschwerpunkten aus: a) Verwendung von Alternativen, b) Kombination verschiedener Verfahren, um die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf ein notwendiges Maß zu beschränken, c) sachgemäßen Einsatzes von Produkten auf chemischer Basis. (ts/rve)
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