12. 03. 2015

BUND darf Bayer-Pestizide „bienengefährlich“ nennen

Zwei Thiacloprid-haltige Mittel von Bayer dürfen nun vom BUND als bienengefährlich bezeichnet werden. Foto: Fotolia Dmytro Smaglov

Das Landgericht Düsseldorf gibt dem BUND Recht. Naturschützer dürfen Bayer-Pestizide mit dem Wirkstoff Thiacloprid nun öffentlich „bienengefährlich“ nennen. Wenngleich der Aufdruck auf beiden Produkten besagt, dass es sich um „nicht bienengefährliche“ Pflanzenschutzmittel handle, so muss sich Bayer diesen Vorwurf nun gefallen lassen.

Thiacloprid „bienengefährlich“? Einstweilige Verfügung von Bayer nichtig

Mit dem Urteil ist auch die einstweilige Verfügung hinfällig, die der Pestizidhersteller Bayer CropScience gegen den BUND Ende letzten Jahres erwirkt hatte. Nach der Verfügung habe der BUND habe die Bayer-Produkte „Schädlingsfrei Calypso" und „Zierpflanzenspray Lizetan" ungerechtfertigt als für Bienen gefährlich bezeichnet. Schließlich habe der BVL den Wirkstoff Thiacloprid, der zur Gruppe der Neonicotinoide gehört als „bienenungefährlich“ eingestuft.

BUND: „Sieg für die Bienen und die Meinungsfreiheit“

„Wir freuen uns über diesen Erfolg. Das ist ein Sieg für die Bienen und die Meinungsfreiheit. Uns liegen überzeugende wissenschaftliche Studien vor, die den Bayer-Pestizidwirkstoff Thiacloprid als bienengefährlich bewerten. Bayer muss daher seine Bienen gefährdenden Produkte sofort vom Markt nehmen. Wir fordern ebenso alle Märkte auf, den Verkauf von thiaclopridhaltigen Pestiziden einzustellen“, sagte der BUND-Pestizidexperte Tomas Brückmann. Außerdem müsste die EU die Zulassung des Wirkstoffs Thiacloprid zurücknehmen und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Produktzulassungen aller thiaclopridhaltigen Produkte widerrufen.

Bayer: „Wir stehen zu unseren Produkten“

Bayer-Sprecher Utz Klages reagierte auf Anfrage der TASPO folgendermaßen: „Ich möchte betonen, dass wir zu unseren Produkten stehen. Sie sind umfassend geprüft, sicher und - darauf hat das Düsseldorfer Landgericht gestern nochmals hingewiesen - nicht bienengefährlich. Die Einstufung des BVL als B4 (nicht bienengefährlich) sowie die korrekte Kennzeichnung der Produkte wurde vom Gericht nicht in Frage gestellt.“

„Das Gericht hat die Aussagen als freie Meinungsäußerung bewertet, die besonders geschützt werden müsse. Aufgrund dessen hat das Gericht die zunächst gegen den BUND erlassene einstweilige Verfügung wieder aufgehoben“, teilte der Sprecher mit.

Auslöser des Rechtsstreits zwischen Bayer und BUND

Seit Ende 2013 hat die EU-Kommission den Einsatz für drei Neonicotinoide in bienenrelevanten Kulturen beschränkt. Die Hersteller Syngenta und Bayer klagen vor dem EU-Gerichtshof gegen diese Einschränkung. Auslöser des Streits war der vom BUND 2014 veröffentlichte Einkaufs-Check "Pestizidverkauf in Bau- und Gartenmärkten", mit welchem der BUND darauf aufmerksam machte, dass Verkäufer in Garten- und Baumärkten die Kunden sehr häufig unzureichend über die Gefahren verschiedener Unkraut- und Insektenbekämpfungsmittel informierten.

Ein offizielles Statement von Bayer CropScience liegt auf der Webseite des Mutterkonzerns vor. http://www.presse.bayer.de/baynews/baynews.nsf/id/Bayer-CropScience-bedauert-Aufhebung-einstweiligen-Verfuegung-durch-Duesseldorfer-Landgericht?Open&parent=news-overview-category-search-de&ccm=020(ts/bund)

 

 

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