12. 01. 2018

Invasive Arten: 2018 keine Erweiterung der EU-Liste

Auch die Wasserhyazinthe gehört zur EU-Liste invasiver Arten. Foto: Pixabay

Die Europäische Kommission und EU-Mitgliedstaaten haben am 4. Januar 2018 beschlossen, im Jahr 2018 keine neuen Arten auf die Unionsliste für invasive Arten zu setzen. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) begrüßt, dass man sich vorerst auf die Umsetzung der Verordnung und den Umgang mit den bisher gelisteten Arten konzentrieren will.

ZVG sieht Entscheidung der EU-Kommission positiv

Die Entscheidung der EU-Kommission bewertete ZVG-Generalsekretär Bertram Fleischer positiv: „Zu schnell und zu intransparent waren in den letzten Jahren Arten auf die Liste gesetzt worden, entgegen aller Warnungen auch aus der Gartenbaubranche. Dies hat das Beispiel Pennisetum setaceum eindrücklich gezeigt. Dass nun gemeinsam mit den Akteuren aus den betroffenen Wirtschaftszweigen an der Umsetzung der Verordnung gearbeitet werden soll, ist ein wichtiger Schritt“.

Am 5. Dezember 2017 fand eine Ausschusssitzung "Invasive Arten" statt, bei der EU-Mitgliedstaaten und EU-Kommission dieses Vorgehen bereits diskutiert hatten. Der Beschluss der EU-Kommission sieht nun vor, dass das wissenschaftliche Forum zu invasiven Arten auch im Jahr 2018 weiter an Risikobewertungen zu neuen Arten arbeiten wird. Über Neulistungen im Jahr 2019 wird der Ausschuss der Mitgliedstaaten zu invasiven Arten entscheiden.

Invasive Arten: Kriterien für Risikobewertungen werden erarbeitet

Aktuell werden Regelungen zur Festlegung unionsweiter Kriterien für Risikobewertungen für invasive Arten erarbeitet. Die EU-Kommission rief im vergangenen Jahr Interessenvertreter zur Stellungnahme auf. Der ZVG hatte in seiner Konsultationsantwort vor allem kritisiert, dass der bisherige Entwurf keine sozioökonomischen Aspekte berücksichtige. Nach Auffassung des ZVG müssen wirtschaftliche, soziale und ökologische Vorteile von Arten gegen mögliche Nachteile gleichwertig abgewogen werden.

Die Risikobewertungen sollten neben den potenziellen Auswirkungen einer Art auf eine biogeografische Region auch die Auswirkungen auf das gesamte Gebiet der EU in Relation betrachten. Das bedeutet, dass ab einer bestimmten Flächenunterschreitung keine unionsweite Listung vorgenommen werden kann.

ZVG/db

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