02. 08. 2013

IVA: Anwendungsverbot für neonicotinoide Wirkstoffe unverhältnismäßig

Anwendungsverbot für drei neonicotinoide Wirkstoffe verhängt. Foto: Gina Sanders/Fotolia

Die europäische Pflanzenschutzindustrie sieht die Entscheidungen der Europäischen Kommission (siehe TASPO 29/13) aus verschiedenen Gründen sehr kritisch. Laut des Industrieverbandes Agrar (IVA) seien die Anwendungsverbote für die drei neonicotinoiden Wirkstoffe unverhältnismäßig, wissenschaftlich undifferenziert und schädlich für die Landwirtschaft.

So würde Pflanzenschutz, korrekte Anwendung vorausgesetzt, nicht zu den wesentlichen negativen Einflussfaktoren auf die Bienengesundheit zählen. Dies sei immer wieder durch Feldstudien belegt worden.

Auch der Pflanzenschutzmittelhersteller Compo kritisiert, dass der Einsatz der betroffenen Wirkstoffe im Haus- und Kleingartenbereich keiner weiteren fachlichen Prüfung unterzogen wurde. Zudem gebe es viele Anwendungsbereiche, bei denen Bienen auch theoretisch nicht gefährdet werden könnten.

Die Aussetzung der Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich sei besonders unverständlich, da im Profibereich entsprechende Sonderregelungen vereinbart wurden. So dürften die Wirkstoffe weiterhin in Gewächshäusern angewendet werden. Man sei sehr enttäuscht, dass wissenschaftliche Sachverhalte ebenso wie die Verhältnismäßigkeit bei der Risikobetrachtung für die Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich nicht berücksichtigt wurden, so Compo.

Der IVA gibt an, dass die Hersteller im Falle des Ruhens der Zulassung verpflichtet sind, die betroffenen Produkte zurückzunehmen. In den Firmen würden momentan entsprechende Rücknahme-Aktionen vorbereitet. Dies bestätigt auch Compo. Der Handel werde über die Durchführung der Warenrücknahme informiert.

Alle Angaben zur produktspezifischen Entsorgung vorhandener Restmengen seien nach Angaben des IVA in den Gebrauchsanleitungen der Produkte zu finden. Sollten darüber hinaus Fragen auftreten, stünden die Beratungshotlines der Hersteller zur Verfügung. Produktalternativen seien laut Compo in der Entwicklung. Eine Übersicht über bereits zugelassene Alternativmittel findet man in der Datenbank des BVL (https://portal.bvl. bund.de/psm/jsp). Wie der IVA mitteilt, stehen hier die amtlichen Pflanzenschutzdienste informierend und beratend zur Seite.

Im Bezug auf die Aufklärung der Verbraucher plant der IVA, das Anwendungsverbot ebenso in seiner Öffentlichkeitsarbeit zum Thema zu machen. Dennoch sieht er die Pflicht auch beim Handel und den Behörden. (jl)

Mehr zum Thema lesen Sie in unserer aktuellen TASPO Ausgabe 31/2013.

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