10. 02. 2018

Knausbirne ist Streuobstsorte des Jahres

Die Knausbirne ist die „Streuobstsorte des Jahres 2018“. Foto: Walter Hartmann
Erstellt von Therese Backhaus-Cysyk / TASPO Online

Streuobstsorte des Jahres 2018  ist die selten gewordene Knausbirne. Sie ist ein würdiger Vertreter, denn im 19. Jahrhundert trug diese Sorte laut dem „Farbatlas Alte Obstsorten“ zum Aufschwung des Obstbaus in Württemberg bei, teilt der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg (Stuttgart) mit.

Ihre Herkunft ist nicht eindeutig geklärt. Vermutet wird eine württembergische Herkunft, da sie dort stark verbreitet war und auch heute noch vorkommt. In der Schweiz, als Frühe Weinbirne bezeichnet, soll sie im oberen Thurgau bereits seit 300 Jahren bekannt gewesen sein.

Knausbirne hat geringe Standortansprüche
Die Knausbirne wächst als starker, aufrechter Baum mit eichenähnlichen Stämmen und hochgebauter Krone. Sie ist sehr fruchtbar mit nur geringer Alternanzneigung. Die Sorte stelle sehr geringe Ansprüche an den Standort, soll aber in der Jugendphase etwas anfällig für strenge Fröste sein. Die Blüte ist mittelspät, diploid und gut als Befruchter geeignet. Insbesondere in feuchten Lagen bestehe eine geringe Schorfanfälligkeit.

Die Frucht ist birnenförmig und wird mittelgroß bis groß, häufig mit Schorfflecken überzogen, am Kelch abgerundet. Der Stiel ist mittellang und sitzt auf der Fruchtspitze oft etwas schief neben einem Höcker, erklärt der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg. Die Schale ist glatt, leicht wachsig, gelb-grün, sonnenseits bei guter Belichtung kräftig rot, oft eher streifig mattrot.

Der Kelch ist kurz, hartblättrig, offen und eher flach. Die Reifezeit wird mit Mitte bis Ende September angegeben. Die Frucht halte sich nur wenige Tage. Das Fruchtfleisch ist gelblich-weiß, fein, saftig, schwach gewürzt mit herb-süßem Geschmack. Die Knausbirne erreiche in guten Jahren hohe Öchslegehalte.

Streuobstsorte des Jahres ist zuckerreich und gerbstoffarm
Die Knausbirne ist besonders für Birnenschnitze geeignet, fand aber früher wohl auch Verwendung zur Obstweinbereitung, wie die Namen Frühe Weinbirne oder Fassfüller vermuten lassen. Sie ist zuckerreich mit wenig Gerbstoff, was die Mostbereitung eher einschränkt, so der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg.

Weitere Namen: Frühe Weinbirne, Weinbergsbirne, Elsässer, Frühe Frankfurter, Röthelbirne, Fassfüller, Zenk- oder Zankbirne, Herbstgürtel.



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