01. 08. 2017

„800 Fuchsien-Sorten brauchen auch Platz“

Gärtner und Fuchsien-Liebhaber Erhard Schlestein mit seiner Tochter Marion Hartwig, die inzwischen mit ihrem Bruder Rene Schlestein die Gärtnerei in Wandlitz führt. Foto: DBG
Erstellt von TASPO Online / DBG

Erhard Schlestein (Gärtnerei Schlestein, Wandlitz) ist Fuchsien-Sammler aus Leidenschaft. 800 Sorten nennt der Gärtner inzwischen sein Eigen, darunter sehr viele alte und wertvolle Pflanzen. Einen Teil davon zeigt Schlestein aktuell auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) in Berlin, wo er mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft über seine Fuchsien-Passion sprach.

Wann hat Ihre Leidenschaft für diese südamerikanischen Schönheiten begonnen?

Schon als Kind habe ich mich für Fuchsien begeistert. Meine Eltern arbeiteten damals in einer Gutsgärtnerei im Spreewald. Im angrenzenden Gutspark habe ich Wege freigelegt und Fuchsien ausgestellt. 1956 zogen wir dann nach Basdorf (heute Ortsteil von Wandlitz) und übernahmen dort eine Gärtnerei. Neben Gemüse kultivierten wir auch Fuchsien, damals waren es 25 verschiedene, unter ihnen auch Raritäten.

Nach 1990 begann dann meine Sammelleidenschaft. Ich wurde Mitglied des regionalen Freundeskreises der Deutschen Fuchsien-Gesellschaft. Meine erste Ausstellung hatte ich in Berlin-Dahlem mit 25 Sorten.

Seit 1995 in Cottbus war ich bei jeder Bundesgartenschau, jeder Internationalen Gartenausstellung und natürlich auch bei unseren Landesgartenschauen dabei. Berlin ist ein Heimspiel und für mich selbstverständlich.

Wie bereiten Sie sich auf eine Ausstellung vor?

Den Hallenschauen gehen ja meist Ausschreibungen für die Gestaltung voraus. Ich habe Ausstellungen mit Martina Tschauder aus Berlin, Yvonne Liebscher aus Lübben und Bert von der Forst aus Cottbus geplant. Sie kennen mich und meine Pflanzen und haben sie immer gut in Szene gesetzt.

Diesmal habe ich mit Bert von der Forst bereits im Winter den Auftritt hier in Berlin besprochen. Vor allem stand die Frage: Wo kommt der Fuchsien-Bogen am besten zur Geltung? Denn jede Ausstellungshalle ist immer wieder anders.

Eine Präsentation möchte ich stellvertretend für viele erwähnen. Durch meinen Kontakt und die gute Zusammenarbeit mit Herrn Funek aus Berlin entstand der Beitrag „Eine Pflanze geht um die Welt“ mit vielen interessanten Informationen. Die Präsentation war auf der IGA in Rostock 2003 zu sehen.

Welches sind Ihre wertvollsten Pflanzen?

Es sind Pflanzen dabei, die habe ich seit meiner Lehrzeit. Zum Beispiel die Sorte ‘Achievement’. Die hochstämmige Fuchsie ist inzwischen 63 Jahre alt.

Ich habe viele wertvolle Pflanzen, vor allem auch viele alte Pflanzen. Bald steht die Frage: Wohin damit? Meine Tochter unterstützt mich und wird auch die Sammlung weiter pflegen, wenn ich das nicht mehr kann.

Aber 800 Fuchsien-Sorten brauchen auch Platz. Dafür habe ich Flächen gepachtet. Bei uns wird viel gebaut und so wird es immer schwieriger, Pachtfläche für einen akzeptablen Preis zu bekommen.

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