21. 03. 2017

Entschädigungsfonds: BdB legt Konzept vor

Ein Entschädigungsfonds soll den finanziellen Verlust von Baumschulen ausgleichen, die nach Auftreten von Quarantäneschädlingen ihren Pflanzenbestand vernichten mussten. Foto: BdB
Erstellt von TASPO Online

Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) setzt sich weiter mit Nachdruck für einen Entschädigungsfonds für Betriebe ein, denen durch Quarantäneschädlinge und einer infolgedessen amtlich verordneten Vernichtung der Pflanzenbestände wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Jetzt hat der Verband dem Bundesagrarministerium ein entsprechendes Konzeptpapier vorgelegt.

Für betroffene Baumschulen fordert der BdB in seinem Entschädigungsfonds-Konzept einen finanziellen Ausgleich – sowohl für die vernichteten Pflanzen als auch für ein amtlich angeordnetes mehrjähriges Verkaufsverbot, was einer faktischen Betriebssperrung entspreche. Im Gespräch mit BdB-Präsident Helmut Selders gab der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, die Zusage, diese Forderungen inhaltlich prüfen zu wollen.

Staat und Branche sollen in Entschädigungsfonds einzahlen

Die nötigen Gelder für den Entschädigungsfonds sollen nach Auffassung des Baumschulverbands aus öffentlichen und privaten Mitteln kommen. Laut BdB soll der Fonds so innerhalb von zehn Jahren auf etwa 55 Millionen Euro anwachsen. Die Branche soll dazu jährlich eine halbe Million Euro einzahlen, von Bund und Ländern sollen fünf Millionen Euro kommen.

„Während ein landwirtschaftlicher Betrieb bei einer Vernichtung nur die Ernte eines Jahres verliert, sind bei uns Kulturen, die bis zu zehn Jahre oder länger im Betrieb wachsen, von Vernichtung beziehungsweise von einem Vermarktungsverbot betroffen. Für eine Baumschule ist das Auftreten eines Quarantäneschädigers und damit verbundene amtliche Vernichtungs- und Sperrungsmaßnahmen der wirtschaftliche Ruin. Der Fonds kann hier eine notwendige Überbrückungsleistung bieten“, unterstreicht Selders.

Schnelle Lösung für Baumschulen durch rasante Ausbreitung von Xylella fastidiosa geboten

Besondere Dringlichkeit für die Einrichtung eines Entschädigungsfonds sieht der BdB aktuell durch die rasante Ausbreitung von Xylella fastidiosa. Insbesondere durch die intensiven Handelswege von mediterranen Pflanzen, die nicht selten in Baumärkten und Gartencentern gehandelt werden, besteht Selders zufolge eine hohe Gefahr der Einschleppung des Feuerbakteriums. „Gerade deshalb ist eine schnelle Lösung im Sinne der deutschen Baumschulwirtschaft dringend geboten“, so Selders.

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