25. 08. 2016

Root Pouch: kein Problem mit Ringwurzeln?

Im Vergleich: Der braune, nicht zersetzbare (100 % PET) Root Pouch Boxer Line (Mitte), der Superoots – Air-Pot (ehemals Springring) (rechts) und der Standardcontainer (links).

Im Jahr 2015 wurde im Rahmen eines Auftragsversuchs für den amerikanischen Hersteller des Root Pouch (Hillsboro, Oregon) im Versuchsbetrieb des Gartenbauzentrums der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ein neuer Containertyp geprüft. Er gilt als nicht zersetzbar und besteht zu 100% aus recycelten PET Flaschen.

Im Rahmen dieses Versuchs wurde das Wachstum und die Entwicklung von frisch getopften Tilia cordata ‘Greenspire‘ (2xv, 6–8) in Abhängigkeit von Containervarianten ermittelt.

Im Vergleich standen dabei

  • der 40 l fassende PE Standardcontainer,
  • der 39 l fassenden Container Root Pouch Boxer Line (100% PET Polyethylenterephthalat) und
  • 37 l fassende Superoot Air-Pots (ehemals Springring)

Nach Herstellerangaben zeichnet sich der Root Pouch (engl. = Wurzel-Beutel) dadurch aus, dass er aus recycelten Plastikflaschen (PET) hergestellt wird. Dabei ist er in unterschiedlichen Größen und Materialstärken erhältlich: Die braune, rote oder grüne Variante der Boxer Line besteht zu 100 % aus PET und ist nicht abbaubar.

Die schwarze Variante hingegen baut sich im Boden nach 4–5 Jahren ab, die graue sogar innerhalb von 3–4 Jahren. Als Folge des einsetzenden Abbauprozesses können dann Wurzeln die Wände durchwachsen.
Der abbaubare Anteil der Beutel besteht dabei aus Naturfasern wie Bambus, Hanf, Baumwolle. Je nach Materialstärke und –zusammensetzung wird der Root Pouch in Größen zwischen 3,8 l (= 1 Gallone) bis 2271 l (= 600 Gallonen) hergestellt.

Neben diesen genannten Größen gibt es aber auch noch kleinere Beutel, speziell für die Gehölz- und Pflanzenvermehrung. Als besondere Eigenschaft bei der Kultur von Gehölzen hebt der Hersteller beim Root Pouch hervor, dass die Ausbildung von Ringwurzeln verhindert wird.

Mit negativen Folgen auch für die Standfestigkeit
In herkömmlichen Töpfen oder Containern neigen Gehölze dazu, Ringwurzeln zu bilden , da sie nach dem Durchwurzeln des Substratvolumens an der Containerwand entlang wachsen. Diese Eigenschaft wird kritisch gesehen, da die Ringwurzeln die Ausbildung eines weit verzweigten Wurzelsystems verhindern und die Standfestigkeit von Bäumen am Endstandort negativ beeinflussen könnten.

Doch der Root Pouch soll nach Angabe des Herstellers noch weitere Vorteile mitbringen: etwa eine ausgeglichene Temperaturführung im Substrat, also dass Wurzeln im Winter wärmer als im Standard- Container gehalten werden und im Sommer kühler.

Außerdem soll er im Versand leichter zu handhaben sein, da an den größeren Root Pouches Tragelaschen vorhanden sind. Auch komme es zu weniger Verletzungen an den Gehölzen, da er keine scharfen Kanten hat. Das Handling auf der Baustelle soll stark vereinfacht sein.

Um die tatsächlichen Qualitäten des Root Pouch bei der Kultur von Alleebäumen im Container im Rahmen eines Versuchs zu überprüfen, wurde die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein im Jahr 2015 damit beauftragt.

Auch im Root Pouch gab es keine Ringwurzelbildung
Besonders auffällig war, dass die Ringwurzelbildung an der Topfwand des Root Pouch komplett unterbunden und damit vergleichbar gering wie im Superoots Air-Pot war, der wegen seiner positiven Eigenschaften in diesem Zusammenhang von Baumschulern geschätzt wird. Viele Praktiker schrecken jedoch wegen seines recht hohen Preises und des umständlichen Handlings beim Topfen vor einem vermehrten Einsatz zurück.

Weitere Versuche in enger Kooperation mit der Praxis
In diesem Jahr sind unter der Regie der Landwirtschaftskammer Schleswig- Holstein weitere Versuche direkt in Baumschulen angelegt worden, um auch die Praxistauglichkeit des neuen Containertyps zu überprüfen.

Dr. Andreas Wrede,
LWK- SH, Gartenbau, Ellerhoop


Lesen Sie mehr über den Versuchsaufbau und die Ergebnisse in Ausgabe 08/2016 Deutsche Baumschule.


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